Good Work
Sparks


Wer (nur) auf Leistung setzt, hat schon verloren.
Ist das etwa die Schlussfolgerung aus den Kernergebnisse der neuesten, repräsentativen Studie von Statista mit 1.000 Erwerbstätigen?
39 Prozent der Befragten sind der Meinung:
Leistung zahlt sich in Deutschland nicht (mehr) generell aus.
Hat die Erzählung der Meritokratie somit ausgedient? Es ist - wie so oft - komplizierter. Wir gehen rein ;-)
Bei der Leistungserzählung begegnet uns ein ähnliches Phänomen wie bei den wirtschaftlichen Aussichten: insgesamt eher mau, trotzdem haue ich in die Tasten.
📊 Auf der einen Seite sehen wir 39 Prozent Leistungsskeptiker ⬆️. Auf der anderen Seite geben 44 Prozent an, motiviert/sehr motiviert zu sein, mehr zu leisten als von ihnen erwartet wird.
Ist das ein Widerspruch? Nein.
Sollte es uns mit Sorge erfüllen, dass vor allem jüngere Menschen vom Prinzip Leistung nicht mehr so überzeugt sind (41% Skeptiker bei GenZ vs. 31% Boomer)? Unbedingt.
Was hält diejenigen, die Over-Performance scheuen, zurück, egal ob jung oder alt?
📊 Zusätzlicher Einsatz wird finanziell gar nicht / nicht ausreichend vergütet: 41% (Millenials 46%)
📊 Die zusätzliche Arbeit geht zu Lasten meiner Freizeit: 36%
📊 Mein zusätzlicher Einsatz wird von meinem Arbeitgeber nicht ausreichend anerkannt oder wertgeschätzt: 34% (GenX 40%)
Graben wir noch ein bisschen tiefer.
Statista fragt:
Welchen Einfluss haben die folgenden Aspekte aus Ihrer Sicht auf den beruflichen Erfolg in Ihrem Unternehmen?
Hier die Top-Antworten:
📊 Eigene Aufgaben mit hoher Qualität und Sorgfalt erfüllen: 70% - immerhin!
📊 Fähigkeit, eigene Leistungen gut darzustellen / sich gut verkaufen zu können: 63% (Frauen: 65%, Männer 60%) - oha!
📊 Gute Beziehungen zu Vorgesetzten: 60% - aha!
Auch noch interessant:
📊 Sichtbar auzutreten und sich aktiv selbst zu präsentieren (56%) scheint eine ähnliche Leistungsrendite einzuspielen wie die Ambition, vorgegebene Ziele zu übertreffen (57%).
Mit anderen Worten:
Motivation im eigenen beruflichen Umfeld ist gegeben, aber nicht um jeden Preis. Die Renditeaussichten für Leistung als alleiniges Erfolgskriterium werden kritisch gesehen.
Dreh- und Angelpunkt scheint die Sichtbarkeit und Wahrnehmung der eigenen Leistung zu sein. Gut zu sein reicht eben nicht. Es muss auch bemerkt, anerkannt und honoriert werden.
Eigentlich wissen wir es längst: Wir wissen, was Menschen demotiviert. Erwerbstätigen allenthalben zu unterstellen, dass sie montags zu oft drückebergerische "Bettkantenentscheidungen" träfen, dass sie zwischen Work und Life schwindelig die Balance verlören hätten, macht uns nicht zur Leistungsgesellschaft.
Hören wir also damit auf, was uns demotiviert. Und schauen genau hin, was differenzierte Analysen uns sagen.
Quelle: Statista, Repräsentativ Befragung im Zeitraum vom 24.06. bis 06.07.2026 mit insgesamt 1.000 Erwerbstätigen (Voll- und Teilzeit) zwischen 18 und 65 Jahren in Deutschland.