Shownotes
"Das Ende ist nie das Ende. Die sonnigen Tage kommen auch zurück."
Kasia Mol-Wolf hat alles riskiert, alles aufgebaut, und sehr viel verloren. Und gleichzeitig ist das nicht das Ende der Geschichte. Die promovierte Juristin und Unternehmerin gründete 2009 im ersten Management-Buyout der Geschichte von Gruner+Jahr den Emotion Verlag, führte das Frauenmagazin über 14 Jahre lang, bis eine Insolvenz 2023 das Kapitel schloss. Heute ist sie Speakerin, Aufsichtsrätin, Netzwerkerin und gerade dabei, einen neuen Anfang zu gestalten. Sie bringt es selbst auf den Punkt: Mut bedeutet nicht nur, neu anzufangen, sondern aktiv die Zukunft zu gestalten.
Scheitern gehört zum Unternehmertum. Kasia beschreibt offen, wie Corona, die Ukraine-Krise und eine scheiternde Finanzierungsrunde zusammenkamen und die Insolvenz des Magazins Emotion unausweichlich machten. Was sie daraus zieht: Wer etwas riskiert, gehört bereits zu den zehn Prozent, die sich überhaupt trauen. Und das verdient Respekt, keine Scham. Ihre drei wichtigsten Learnings: Früher stoppen, was nicht funktioniert. Einen echten Gegenpol im Unternehmen installieren. Dem eigenen Bauchgefühl vertrauen, besonders bei Personalentscheidungen.
Das Powerfrau-Image ist eine gefährliche Falle. Kasia rechnet im Gespräch mit einer Erzählung ab, die sie selbst lange mitgetragen hat: Die Frau, die alles hinbekommt, immer funktioniert, nie Kraft verliert. Dieses Bild, sagt sie, mache uns alle fertig. Es verhindert ehrliche Gespräche, es isoliert, es erzeugt Scham, wenn man nicht mehr kann. Ihr neues Statement: keine Powerfrau mehr sein wollen. Stattdessen echte Verbindungen suchen, Schwäche zeigen dürfen, andere Frauen wirklich unterstützen, nicht nur auf LinkedIn.
Worüber wir noch gesprochen haben:
Management-Buyout bei G+J: Wie eine Note zur Gelegenheit des Lebens wurde Das Vergleichs-Problem: Warum Frauen sich oft selbstentwertend vergleichen, und Männer eher sportlich Netzwerk in der Krise: Warum echte Verbindungen tragen, Sichtbarkeits-Netzwerke aber nicht Gegenpol installieren: Warum jede Gründerin jemanden braucht, der klar Nein sagen kann The Circle: Wie Kasia jetzt Frauen vernetzt, die auch in Krisen füreinander da sind
Kasia Mol-Wolf Geschichte ist eine der ehrlichsten Unternehmerinnen-Portraits, die ich im Salon je zeichnen durfte. Kasia berichtet, wie sie gelernt hat, nicht mehr mit sich selbst zu verhandeln, wenn die Grenze längst überschritten ist. Und sie traut sich, auf das zu hören, was sie schon immer wusste: dass der eigene Weg nur dann trägt, wenn man ihn wirklich will. Ein Gespräch über Resilienz, das keine Ratgeber-Sprache braucht, weil es aus echtem Leben kommt.
Interview: Jule Jankowski
Weiterführende Links zu Kasia
➡️ Kasias Website ➡️ Kasia auf LinkedIn
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