Shownotes
Leistungsbereit, aber missverstanden: Was Gen Z wirklich antreibt
„Ziele zu erreichen ist für junge Menschen sehr stark motivierend, stärker als für ältere Generationen. Das zeigen unsere Daten ganz klar."
Simon Schnetzer ist einer der meistzitierten Jugendforscher im deutschsprachigen Raum. Er leitet die Trendstudie „Jugend in Deutschland", die seit 2010 erscheint und mittlerweile zum Standardwerk der deutschen Generationenforschung gehört. Markus Lanz zitiert ihn regelmäßig, wenn es darum geht, die Stimme junger Menschen empirisch einzuordnen, nicht als Aktivist, sondern als Forscher. Gemeinsam mit Klaus Hurrelmann und Dr. Kilian Hampel sowie Prof. Nina Kolleck von der Universität Potsdam hat er ein Autorenteam aufgebaut, das Jugendforschung mit unmittelbarer Wirkungsabsicht betreibt.
Was die Zahlen wirklich sagen Faul, Work-Life-Balance-versessen, verantwortungsscheu: Die Klischees über die Gen Z sind langlebig. Simon Schnetzer räumt mit ihnen auf, ohne sie wegzureden. Fast 50 Prozent der berufstätigen Unter-30-Jährigen tragen bereits Verantwortung – für Projekte, Teams, ganze Abteilungen. Und die Bereitschaft, in Vollzeit zu arbeiten, ist in der jüngsten Altersgruppe sogar am höchsten. Was sich aber verändert hat, ist der Zeithorizont: Wer Corona erlebt hat, investiert nicht mehr in eine Zukunft, die erst im Rentenalter eingelöst wird.
Wo Führung scheitert – und warum Junge Menschen wollen schnelles Feedback. Nicht weil sie ungeduldig sind, sondern weil sie so sozialisiert wurden. Wer mit Smartphones aufwächst, kennt vor allem diesen Taktgeber. Wenn Führungskräfte das als Schwäche deuten, entstehen Missverständnisse, die keine der beiden Seiten braucht. Schnetzer zeigt, wie man diese Spannung methodisch auflöst. Ganz ohne falsche Fürsorge und ohne Konfrontation.
Das Wir, das fehlt Die eigentliche Diagnose des Gesprächs ist eine gesellschaftliche: Wir überlassen es dem Zufall, ob junge Menschen Erfahrungen mit dem Wir machen. Vereine, Gemeinschaftsdienst, analoge Begegnungen – diese Gelegenheiten werden seltener. Im Unternehmen zeigt sich das in einer „Silent Disco": Jede und jeder im eigenen Musiktunnel, nebeneinanderher, ohne gemeinsamen Rhythmus. Wer das ändern will, muss Gelegenheiten für das Wir bewusst provozieren.
Worüber wir noch gesprochen haben:
Simon Schnetzer ist kein Apologet der Gen Z und erst Recht kein Ankläger. Er ist Übersetzer. Sein Blick ist empirisch, sein Ziel ist Wirkung, und sein Plädoyer ist klar: Differenzierung statt Schublade, Beteiligung statt Beschreibung. Dieses Gespräch ist ein Argument dafür, zweimal hinzusehen, bevor man ein Label klebt.
Interview: Jule Jankowski
Weiterführende Links zu Simon Schnetzer
➡️ Simon Schnetzer ➡️ Simon Schnetzer auf LinkedIn
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