Shownotes
„Je länger ich in diesem Bereich arbeite, desto mehr glaube ich, dass die Überforderung auf Top-Ebene besteht“
Was bedeutet es, wenn eine Technologie schneller in den Alltag der Menschen einzieht als in die Strukturen ihrer Unternehmen? Wenn Mitarbeitende längst mit generativer KI auf dem Smartphone experimentieren, während ihre Führungskräfte noch nach dem Masterplan suchen? Kenza Ait Si Abbou kennt beide Seiten. Sie hat über 20 Jahre in Großkonzernen gearbeitet, bei der Telekom, bei IBM, als Technologiechefin bei Fiege. Heute berät sie als AI Advisor CEOs, die vor genau dieser Lücke stehen.
Top-Down trifft auf Bottom-Up
Im Gespräch dreht Kenza ein verbreitetes Narrativ um: Nicht die Belegschaft muss mitgenommen werden, die Überforderung sitzt in der Chefetage. Dort, wo Entscheidungen erwartet werden, fehlen oft die Grundlagen, sie zu treffen. Und wer sich mit einem Thema nicht auskennt, kann es auch nicht einschätzen. Das klingt banal, hat aber enorme Konsequenzen für die gesamte Organisationslogik.
Top-Down trifft auf Bottom-Up
Kenza plädiert für eine doppelte Bewegung: Bottom-up durch Communities of Practice, in denen Wissen entsteht und Silos durchlässig werden. Und Top-down durch Sponsoren im Management, die Ressourcen schützen und den Freiraum zum Experimentieren verteidigen. Beides zusammen braucht es, eines allein reicht nicht.
Fehlende Prozesskenntnis
Besonders eindrücklich wird es, wenn Kenza über die wahren Grundlagen von KI-Transformation spricht. Nicht die Technologie ist das Problem. Es sind die Prozesse, die Datenqualität, die fehlende gemeinsame Sprache für das, was in den Systemen passiert. „A fool with a tool is still a fool", hat ihr Professor vor über 20 Jahren gesagt. Es gilt immer noch.
Sparen ohne Qualitätsverlust
Kenza warnt vor dem Wunderglauben, der in vielen Unternehmen herrscht, befeuert durch Marketingversprechen. Sparen sei einfach. Sparen ohne Qualität zu zerstören, ohne Kundenzufriedenheit und Loyalität zu ruinieren, das sei die eigentliche Kunst. Und genau dafür brauche es keine Plug-and-Play-Lösung, sondern Verständnis für das eigene Unternehmen.
Am Ende des Gesprächs öffnet Kenza eine überraschende Perspektive: Kooperationsfähigkeit als die vielleicht unterschätzteste Leadership-Kompetenz der Zukunft. Und die Erkenntnis, dass die Fähigkeit, die nach oben bringt, nicht zwingend die ist, die dort gebraucht wird.
Interview: Jule Jankowski
Weiterführende Links zu Kenza:
➡️ Zur Seite von Kenza Ait Si Abbou
➡️ Zu Kenzas Büchern
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