Shownotes
“Man kann Menschen nicht motivieren, man kann Menschen nur demotivieren.“
Es gibt Gedanken, die sich ins Gehirn einzementieren. Nicht, weil sie gefällig sind, sondern weil sie treffen. Reinhard K. Sprenger ist seit Jahrzehnten Meister solcher Gedanken. In dieser Episode nimmt er sich die Zeit, seinen eigenen Entwicklungsweg zu reflektieren, frühere Positionen zu schärfen und das Denken über Führung als Quintessenz zu teilen.
Hört auf zu demotivieren
Das Gespräch beginnt mit jenem Klassiker, dem Satz, der Sprenger in den 90ern bekannt machte. Er stimmt ihm noch heute zu. Aber er hat ihn weitergedacht. Und diese Weiterentwicklung zieht sich durch die gesamte Stunde: Was haben wir über Führung geglaubt, und was davon trägt noch?
Management ist nicht gleich Führung
Sprenger unterscheidet scharf zwischen Management und Führung und bringt dabei eine Perspektive ein, die in der täglichen Praxis erstaunlich selten ist. Der Zukunftsbezug spielt dabei eine zentrale Rolle, genauer: von wo aus man überhaupt führt.
Erfolgsformel neu beleuchtet
Dazu kommt eine grundsätzliche Neubewertung von Leistung und Erfolg. Leistung ist nicht gleich Erfolg. Erfolg ist Leistung plus Glück, und der Glücksfaktor wird strukturell unterschätzt. Sprenger differenziert weiter: Leistungsbereitschaft, Leistungsfähigkeit und Leistungsmöglichkeit sind nicht dasselbe. Talent will sich ausdrücken. Wer das Wollen stärkt, kommt näher ans Können. Wer nur das Sollen ankurbelt, fährt in eine Sackgasse.
Zukunftsfähigkeit von Unternehmen auf den Punkt
Die Zukunft von Unternehmen sieht Sprenger in vier Prinzipien: einfache Strukturen, Dezentralisierung, Kundenzentriertheit und Experimentierfreudigkeit. Der Konzern in seiner klassischen Form ist kaum mehr die Antwort auf die Fragen der Gegenwart, es sei denn, er ermöglicht lokale Autonomie. Wer nur von innen nach außen denkt, hat bereits verloren.
Heroisches Führungsbild
Besonders kritisch ist Sprenger gegenüber dem heroischen Führungsbild, das in sozialen Netzwerken und Managementliteratur dominiert. Diese Heldenerzählung, die großartige Führungspersönlichkeiten glorifiziert, ist strukturell blind. "Es gibt keine individuelle Lösung für strukturelle Probleme," so Sprenger.
Darüber haben wir noch gesprochen:
Am Ende kehrt das Gespräch zu einer grundsätzlichen Frage zurück: Was meinen wir eigentlich, wenn wir von guter Arbeit sprechen? Sprengers Antwort darauf ist so einfach wie unbequem. Es ist eine Stunde mit einem der schärfsten Köpfe des deutschsprachigen Managementdenkens. Kompromisslos. Präzise. Und mit jedem Satz so gesetzt, dass er haftet.
Interview: Jule Jankowski
Weiterführende Links zu Dr. Reinhard K. Sprenger:
➡️ Zur Seite von Reinhard K. Sprenger
➡️ Zu Reinhard K. Sprengers Publikationen bei Campus Publikationen bei Campus
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