Shownotes
Agilität war plötzlich überall und niemand wusste mehr, was sie bedeutet.
Es ist eine Sache, in einem Pilotprojekt ein Team agil aufzustellen. Aber was bedeutet es, wenn ein ganzes Unternehmen, ein gesamter Konzern auf die Prinzipien von Dezentralität und Selbststeuerung baut? Wie wird das organisiert? Und vor allem: Wo liegen die Grenzen und Hürden? In dieser Episode spricht Jule mit Daniel Dubbel, Chefberater bei DB Systel, über die großangelegte agile Transformation innerhalb des IT-Dienstleisters der Deutschen Bahn. Was einst als Leuchtturmprojekt gefeiert wurde, blickt nun auf Jahre intensiver Veränderung zurück, mit viel Licht, aber auch gehörig Schatten. Daniel Dubbel bringt Offenheit mit in den Audiosalon und schildert, was funktioniert hat, wo Illusionen geplatztt sind und wie sich Selbstorganisation in einem Konzern dieser Größe wirklich anfühlt.
Ist Agilität wirklich tot?
Wie nachhaltig sind Begriffe wie Agilität, wenn sie gleichzeitig aufgeladen und missverstanden werden? Daniel beschreibt, wie Agilität vielerorts als Effizienzsteigerung missinterpretiert wurde und dadurch – ähnlich wie "New Work" – an Bedeutung verlor. Lebendig bleibt, was weitererzählt wird. Und das ist bei der DB Systel täglich der Fall. Auch wenn der Begriff „Agilität“ dabei nur noch selten fällt.
Die ailge Transformation der DB Systel
Die Transformation bei DB Systel ging dabei weit über Methoden und Hypes hinaus: Aus Silos wurden crossfunktionale Teams, klassische Führungsrollen wurden zerschlagen und in neue Rollen aufgeteilt. Aus 116 Führungsverantwortungen entstanden drei zentrale Rollen – Agility Master, Product Owner und Team.
Neue Rollen, neue Schmerzen
Doch diese Neuaufstellung hat ihren Preis: Viele frühere Führungskräfte mussten sich neu erfinden oder fanden sich in anderen Bereichen des Konzerns wieder. Trotz aller Strukturarbeit blieb manches gleich: Der Blick von außen auf DB Systel als Dienstleister, nicht als Partner, hat sich kaum verändert. Auch die wirtschaftlichen Kennzahlen, nach denen Erfolge gemessen werden, blieben klassisch.
Dezentrale Steuerung bei Gegenwind
Daniel bleibt dabei selbstkritisch und gleichzeitig überzeugt, dass ohne flexible, anpassbare Strukturen keine Zukunft gestaltet werden kann. Besonders spannend: Die aktuelle Lage mit Gegenwind, veränderten Konzernzielen und wachsendem Effizienzdruck lässt die Frage aufkommen, wie tragfähig die dezentralisierte Struktur ist. Die Antwort von Daniel fällt differenziert aus: Dezentralisierung sei richtig, aber nur, wenn auch Steuerung und Kohärenz sichergestellt sind. Alignment dürfe nicht als Kontrolle missverstanden werden.
Worüber wir gesprochen haben:
Wer einer schonungslos offenen und gleichzeitig sehr reflektierten Bericht aus dem Maschinenraum der agilen Transformation sucht, der ist mit dieser Folge bestens informiert und inspiriert. In der auditiven Retrospektive zeigt sich: Jeder Stein wurde umgedreht und dennoch ist im Kern einiges unverändert. Die Organisations-Reise der DB Systel ist längst nicht vorbei. Die Koordination stehen auf: Es bleibt anders.
Interview: Jule Jankowski
Weiterführende Links zu Daniel Dubbel:
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